Stärkung der Demokratiekompetenz in Betrieben im Freistaat Sachsen

Projektname:

Stärkung der Demokratiekompetenz in Betrieben im Freistaat Sachsen
Bewilligungsbehörde:Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Frankenstr. 210, 90461 Nürnberg
Förderzeitraum:16.08.2021-31.08.2024
Projektleiter:Norman Richter

Aus der Richtlinie über besondere Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Integration von Personen mit Migrationshintergrund vom 4. November 2004 zur Förderung eines Projektes im Netzwerk „Unsere Arbeit: Unsere Vielfalt. Initiative für betriebliche Demokratiekompetenz“
 

Kurzbeschreibung
Obwohl eine Demokratie von Konflikten lebt, kann zu viel Konfliktpotential erodierend wirken. Eine Konsolidierung von Rahmenbedingungen, wie der Verfassung, Gewaltenteilung und politischen Praktiken durch die Stärkung der Institutionalisierung und insbesondere der Zivilgesellschaft ist daher essenziell.  

Zur Festigung des Demokratieprozesses und der Stärkung der Zivilgesellschaft in Sachsen, ist das Ziel des Projektes, die Stärkung der Demokratiekompetenz in Bildungszentren und Betrieben der sächsischen Wirtschaft zum gegenseitigen Austausch verschiedener Interessen und Milieus, zur Beurteilung politischer Geschehen und der Meinungsfindung, mit Werten wie Toleranz, Moderation, Wille zum Kompromiss und Respekt. Dabei soll eine nachhaltige Aufklärungsarbeit, in Form von workshopübergreifenden Formaten und der Moderation ständiger Dialoge an mindestens 14 Standorten geschaffen werden.

 

Ausgangslage
Die Erosion der liberalen Demokratie wächst erkennbar durch das Erstarken des Populismus in Form der Omnipräsenz und gesellschaftlicher Etablierung. So erreichte die AfD 2019 in Sachsen 27,5% und wöchentliche Pegidademonstrationen werden durch Querdenkerbewegungen ergänzt. Zusätzliche Beteiligungen, wie Freigeist Erzgebirge, Zentrum Automobil, Zukunft Zwickau usw. führten nun zur Parteigründung „Freie Sachsen“ und das Misstrauen in etablierte Medien wächst weiter, während über Whatsapp und Telegram Halbwahrheiten oder Verschwörungen verbreitet werden. Derartige illiberale Bewegungen und der angesprochene Populismus nutzen das Gefühl, der Wahrnehmung der eigenen Stimme sowie den Drang, zu einfachen Wahrheiten und Lösungen. Im schlimmsten Fall äußert sich dies in Verbindung mit Rassismus und Extremismus. Demokratie lebt von Diskussion und Austausch, doch die bisherigen Initiativen scheinen zu wenig den gelebten Alltag, insbesondere in den Betrieben, zu erreichen. Dabei verbringen Arbeitgebende und Arbeitnehmende einen Großteil ihres Lebens am Arbeitsort und tauschen sich zu arbeitsübergreifenden Themen aus. Insbesondere die bestehenden Qualifizierungsangebote von Fach- und Führungskräften tangieren die Demokratiekompetenz unzureichend, obwohl diese ein signifikantes Potential zur Prävention gegen Demokatieerosionen und gegen Extremismusetablierung bieten.
 

Inhalte und Zielgruppen
Während Lerninhalte in der Aus- und Weiterbildung vor allem anwendungsorientiert vermittelt werden, wird die politische Bildung vor allem theoretisch gelehrt. Der fehlende Praxisbezug gilt als Hemmnis und trägt zur Entfernung von der gelebten Demokratie sowie an zivilgesellschaftlicher Selbstgestaltung bei. Da sich diese Entfremdung im betrieblichen Alltag fortsetzt, werden wir mit einem ganzheitlichen und niedrigschwelligen Ansatz durch regelmäßige Präsenz-, Hybrid- und Onlineveranstaltungen überregional und branchenübergreifend für Demokratiekompetenz sensibilisieren. Zielgruppen sind sowohl Lehrpersonal, Ausbildende, Arbeitgebende, Personalverantwortliche und Führungskräfte in Betrieben, da hierdurch Multiplikatoreffekte auf Lernende und Arbeitnehmende an Schulen und Betriebseinrichtungen erreicht werden können. Durch die hohe regionale Vernetzung erreichen wir auch vor allem KMU in strukturschwachen Regionen
 

Ergebnisse
Sowohl für neue als auch durch die Verzahnung mit bestehenden Schulungen und Seminaren werden politik-didaktische Prinzipien angewandt, welche die Phasen des Einstiegs, der Information- und Analyse, der Anwendung, Kommunikation und simulativen Handeln, der politischen Urteilsbildung, Sozialformen und Beurteilung umfassen. Verfolgt wird ein integrativer, problemorientierter Ansatz, mit Aktualitätsbezug und Rückschlüssen zum Allgemeinen zur Förderung der politischen Urteilsbildung im Alltag. Die Teilnehmenden wenden dabei ein lebensnahes Demokratieverständnis an und sind sensibilisiert für die Auswirkungen des Populismus im gesamten politischen Spektrum. Dies impliziert außerdem den Umgang mit verschiedenen Medien und einer Sensibilisierung für die Auswirkungen von KI auf die Meinungsbildung im Alltag.
Eine Förderung der Demokratiekompetenz, insbesondere bei Entscheidungsträgern und Führungskräften, erhöht die Partizipation, Identifikation und die Transparenz im Unternehmen, wodurch die Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterbindung steigen.

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Norman Richter

Leiter strategisch pas digital
 

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